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Ben X Hot

 

Ben X
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Ben (Greg Timmermans) ist anders. Er lebt in seiner eigenen Welt, in der er in seinem liebsten Onlinespiel „Archlord“ Heldentaten besteht. Er spielt es, wann immer er kann und versucht, für die Widrigkeiten des wahren Lebens zu trainieren. Mit seiner Internetgefährtin Scarlite (Laura Verlinden) meistert er alle Herausforderungen und Gefahren, die ihn in der realen Welt überfordern. Der harte Alltag in der Schule ist für den verschlossenen Außenseiter eine tägliche Höllenqual. Immer wieder wird er von seinen Mitschülern gemobbt und tyrannisiert. Ben fasst einen Plan: Er will mit allem Schluss machen. Game Over. Da tritt das Mädchen aus dem Onlinespiel in sein Leben…

BEN X ist das rasant inszenierte Regiedebüt des belgischen Schriftstellers Nic Balthazar, der damit sein eigenes Jugendbuch „Nichts war alles, was er sagte“ verfilmt hat. Mit seiner furiosen Mischung aus Realfilm und Onlinespiel ist BEN X der erfolgreichste flämische Film der letzten Jahre und setzt derzeit weltweit zu einem sensationellen Siegeszug auf Filmfestivals an. Auf dem Montréal World Film Festival 2007 wurde BEN X gleich mehrfach ausgezeichnet. Seine Deutschlandpremiere feierte der Film auf der diesjährigen Berlinale in der Sektion Generation 14plus. In den Hauptrollen brillieren Greg Timmermans, der damit sein vielversprechendes Kinodebüt gibt, sowie die bezaubernde Laura Verlinden.

Ben (Greg Timmermans) ist anders. Er lebt in seiner eigenen Welt, mit seiner Umwelt kommuniziert er wenig, obwohl er hochintelligent ist. Er redet wenig, zeigt kaum Gefühle, Berührungen geht er aus dem Weg. Selbst seine Mutter (Marijke Pinoy) kommt nicht an ihn heran. In der Kindheit wurde bei ihm eine leichte Form von Autismus diagnostiziert, die ihn daran hindert, ein „normaler“ Junge zu sein. Er kann einfach nicht aus seiner Haut. Von den Herausforderungen seiner Umwelt überfordert, flüchtet sich Ben in ein anderes Universum, spielt täglich das Onlinespiel „Archlord“, in dem er als mutiger Held Monster besiegt und alle Gefahren meistert. Hier hat er alles unter Kontrolle, hier ist er der King. Damit beeindruckt er auch seine Onlinegefährtin Scarlite (Laura Verlinden), mit der er seit über einem Jahr durch die Weiten des Cyberspace zieht.

An dem Druck, ein autistisches Kind großzuziehen, ist auch die Ehe von Bens Eltern zerbrochen. Doch seine alleinerziehende Mutter ist fest entschlossen, Ben dabei zu helfen, die harte Zeit an der Technischen Schule zu überstehen, wo er immer wieder von zwei Schlägertypen, Bogaert (Titus de Voogdt) und Desmet (Maarten Claeyssens), tyrannisiert und erniedrigt wird. Selbst die meisten anderen Mitschüler machen sich über ihn lustig, filmen die Quälereien mit ihren Handykameras und stellen sie ins Internet.

Die Ärzte sind zunächst ratlos, nennen ihn „speziell“ und „emotional dysfunktional“, bis sie endlich einen Namen dafür haben: Asperger Syndrom, eine leichte Art des Autismus. Endlich ein Stempel. Seine Eltern und Lehrer stehen seiner Situation ebenso hilflos gegenüber, auch wenn sie immer wieder versuchen, mit ihm in Verbindung zu treten. Seine Mutter zeigt ihm unentwegt ihre Liebe, reagiert auf sein zwanghaftes Handeln meist gelassen und souverän, auch wenn sie sehr darunter leidet. Jeden Morgen schickt sie ihren Sohn mit einer Umarmung, die er nicht erwidert, in die Schule. Durch Geduld und Zuneigung versucht sie die Mauer zu durchbrechen, aber sie kommt nicht zu ihm durch. Auch zwei seiner Lehrer zeigen ihm immer wieder ihr Mitgefühl, nehmen ihn gegen die Ignoranz seiner Mitschüler in Schutz. Und ein paar Klassenkameraden sind nett zu ihm und scheinen ihm helfen zu wollen. Aber Ben ignoriert diese Zuneigungen ebenso wie die Gängeleien. Er weiß einfach nicht, wie er darauf reagieren soll.

Stattdessen verbarrikadiert er sich nach der Schule in seinem Zimmer und reagiert seinen Frust und seine Wut bei „Archlord“ ab, wo er die Monster vernichtet und sich damit Respekt verschafft. Hier gibt es eine Person, die ihn bewundert: Scarlite. Für sie ist er ein Held, der sie immer wieder vor Monstern und anderen Feinden rettet. Hier kann er sein, wer immer er will, und ist nicht gefangen im Körper des Typen, den er jeden Morgen im Spiegel sieht. Das Onlinespiel wird immer mehr zu seiner Realität. Und das echte Leben wird immer mehr zum Strategiespiel. Als er die Höllenqualen an der Schule nicht mehr aushält, fasst er einen Plan: Er will kein Opfer mehr sein. Er will das Endspiel, mit allem Schluss machen. Game Over. Gerade als er den letzten, unumkehrbaren Schritt machen will, tritt auf wundersame Weise das Mädchen aus dem Onlinespiel in sein Leben. Scarlite, die Heilerin an seiner Seite in „Archlord“, steht plötzlich neben ihm, um ihm in der realen Welt als Gefährtin bei seinem finalen Kampf beizustehen. Sie ist die einzige, die ihn wirklich versteht, mit ihr fühlt er sich sicher, auch wenn die anderen zu blind sind, sie zu sehen. Sie versucht ihn davon zu überzeugen, dass sein Plan keine Lösung für irgendein Problem ist. Im echten Leben ist Tod ziemlich definitiv, sagt sie ihm. Da gibt es keinen RESET-Knopf. Ben hört auf sie und erkennt, dass sie Recht hat. Wenn man die eigenen Dämonen bekämpft, muss man noch lange nicht selbst draufgehen. Durch das Auftauchen von Scarlite gewinnt er die Kraft und das Selbstvertrauen, aus dem Teufelskreis auszubrechen. Damit aus dem Schrecken ohne Ende ein Ende mit Schrecken werden kann. Game Over. Und Neustart.

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