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Bierbichler
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Josef Bierbichler ist einer der renommiertesten Theater- und Filmschauspieler Deutschlands. Alle großen deutschsprachigen Bühnen sind sein zu Hause: Zürich, das Wiener Burgtheater, die Volksbühne Berlin, die Schaubühne. Darüber hinsaus wurde er bereits dreimal zum „Schauspieler des Jahres“ gewählt. Für die Hauptrolle im Kinofilm WINTERREISE erhielt er 2006 außerdem den deutschen Filmpreis.

Die Filmemacherin Regina Schilling hat den Ausnahmeschauspieler über zwei Jahre begleitet, seine zeitweiligen Weggefährten Werner Herzog und Herbert Achternbusch und seine Geliebte Luisa Francia befragt, vor allem aber hat sie den Bauern- und Wirtssohn vom Starnberger See, der seit seiner Geburt 1948 im Gasthof der Familie lebt, zum Reden gebracht.

Bierbichler gibt offen Auskunft über seine Hassliebe zum Theater, über den Ursprung und die Sehnsucht nach der Kunst, darüber wie er mit dem Schauspielerdasein hadert und auf der Suche nach neuen Wegen ist. Er probiert andere Dinge aus, singt Mahler- und Eisler-Lieder, schreibt ein Buch („Verfluchtes Fleisch“). Man sieht ihn bei Theaterproben, folgt ihm während der Vorbereitungen zu seinem Theaterstück „Holzschlachten. Ein Stück Arbeit“, in dem er Schauspieler, Regisseur und Dramaturg in einer Person ist.Besondere Momente erlangt der Film durch Bierbichlers tagebuchartige Videoaufzeichnungen in und um sein Gasthaus. Er hält Situationen fest, in denen er ansonsten kein Kamerateam zulässt.

Regina Schilling gelingt das komplexe Porträt eines zarten Berserkers, der die deutschen Bühnen und Filme (Werner Herzog "Herz aus Glas", Tom Tykwer "Die tödliche Maria", Michael Haneke "Code unbekannt", Hans Steinbichler ("Hierankl", "Winterreise") mit seiner unheimlichen, körperlichen Präsenz erfüllt. Ein querköpfiger Mensch, der radikal immer sich selbst aussetzt und anarchistisch gegen die Welt wütet und das Theater verließ, weil es ihm zu beschränkt für seine Grenzüberschreitungen war.

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