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Was am Ende zählt
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Carla ist mit großen Plänen von zu Hause abgehauen, sie will nach Lyon, um dort Mode zu studieren. Schon am Bahnhof wird ihr alles gestohlen, sie strandet völlig mittellos und muss sich an Rico halten, der sie aufliest, auf dessen Baustelle sie Geld verdienen kann, um weiter zu ziehen. Auf der gleichen Baustelle, einem Boot, das zur Kneipe werden soll, lebt Lucie mit ihrem Bruder Michael. Hier ist ihre Welt, ihr Zuhause, hier will sie bleiben.

Wie von Schicksalsfäden werden Lucie und Carla mit ihren gegensätzlichen Lebensentwürfen zusammengeführt. Carla sieht bei Lucie, wie es ist, einen Platz im Leben zu haben, für Lucie öffnet sich mit Carla eine neue, größere Welt.

Als Carla kurz vor ihrer Weiterreise feststellt, dass sie schwanger ist, scheint ihr Traum endgültig geplatzt, denn für eine Abtreibung ist es schon zu spät. Zu einem Arzt kann Carla nicht, da sie über ihren Vater versichert ist. Lucie, die sich sehnlichst wünscht, dass Carla bleibt, schlägt ihr einen Pakt vor: „Du bekommst das Kind unter meinem Namen, ich nehme es dann.“ Darauf lässt sich Carla ein. Bis zur Geburt verstecken sich die beiden in einer Wohnung, Michael nistet sich als Mitwisser ein. Doch dann will Carla ihr Baby nicht verlassen. Sie fordert von Lucie, sich aus ihrem Umfeld zu lösen, ihren Bruder zu verlassen. Doch die Situation muss erst eskalieren, bis die beiden Mütter zu großen Entscheidungen bereit sind.

Menschen, die ihr Leben in einer Parallelwelt aus eigener Kraft bestreiten, ohne die Absicherung der Gesellschaft, aber auch ohne deren Konventionen, setzen oft Kräfte frei, um ihre Träume zu erreichen, die sie in einem bürgerlichen Umfeld niemals entwickelt hätten.

Lucie und Carla verkörpern Sehnsüchte, die scheinbar nicht zusammenpassen, deren Widerspruch ich zu gut kenne. Das starke Bedürfnis von Lucie nach Geborgenheit und Familie – aus ihrem unsicheren Umfeld heraus, dagegen Carlas Wunsch nach Freiheit und Bewegung.

Wenn man die beiden auf ihrem Weg nicht beobachtet und bewertet, sondern auf ihre Seite gezogen wird, mit ihnen hofft, dass ihre Sehnsüchte zusammen- und in Erfüllung gehen, dann ist es der Film geworden, den ich machen wollte.

Julia von Heinz, Regisseurin und Mitautorin des Filmes.

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