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Kino April 2009 Il Divo - Der Göttliche
 

Il Divo - Der Göttliche Hot

 

Il Divo - Der Göttliche
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Filme

Originaltitel Il Divo
Produktionsland FrankreichItalien
Produktionsjahr 2008
Kinostart (D) 16. April 2009
Genre Biographie
Regie Paolo Sorrentino
Darsteller Toni Servillo, Anna Bonaiuto, Flavio Bucci, Carlo Buccirosso, Giorgio Colangeli, Piera Degli Esposti, Ennio Fantastichini, Paolo Graziosi, Fanny Ardant
Verleih Delphi
Filmlänge 117
Sprachfassung synchronisiert

25 Mal Minister

7 Mal Premierminister

29 Mal angeklagt

29 Mal freigesprochen

Italien nennt ihn Giulio, den Star, den Buckligen, den Fuchs, den schwarzen Papst, die Ewigkeit, den Mann im Dunkeln, den Beelzebub. Doch das stört ihn nicht, er hat einen ausgeprägten Sinn für Humor. Ruhig, listig und undurchschaubar ist Andreotti ein Synonym für die Macht Italiens in den letzen vier Dekaden.

Für seinen Erfolg gibt es ein Rezept: Verschwiegenheit. Und sein privates Archiv über die Achillesfersen der anderen. Jahre würde es dauern, bis er alle Geheimnisse ausgeplaudert hätte, die er kennt. Anfang der neunziger Jahre scheint Andreotti mit der Kandidatur für den Präsidenten der Republik auf dem Höhepunkt seiner politischen Karriere. Die Dinge könnten nicht besser für ihn stehen.

Doch dann erklärt die stärkste Gegenmacht in Italien ihm den Krieg. Die Mafia. Und der Staat beginnt mit seinen Ermittlungen gegen ihn. Schließlich ändern sich die Dinge. Womöglich auch für den rätselhaften, unsterblichen Andreotti.

Inhalt

Am 17. Juni 1982 wird der Bankier Roberto Calvi unter einer Brücke erhängt gefunden. Am 22. März 1986 stirbt der Bankier Michele Sindona im Gefängnis an einer Vergiftung. Der Journalist Mino Pecorelli wird am 20. März 1979 erschossen. Am 3. September 1982 trifft es Carlo Alberto Dalla Chiesa und am 17. Juli 1979 den Konkursverwalter der Banca privata italiana, Giorgio Ambrosoli.

Giulio Andreotti alias IL DIVO berühren diese Morde nicht. Der Christdemokrat beginnt am 17. April 1991 seine siebte Regierungszeit. Seine Parteifreunde ähneln einer Gangsterbande und er scheint der Boss zu sein. Durch sein persönliches »Sündenregister- Archiv« bringt er alle zum Schweigen. Seine Amtszeit endet schon ein Jahr später. Aber keiner ist überrascht. Es war abzusehen. In der nächsten Regierung möchte Andreotti Präsident der Republik werden.

Aber der Wind dreht sich. Andreottis Mann in Sizilien wird ermordet, ein anderer wendet sich ab. Wichtige Stimmen scheinen verloren. Und ein weiteres Ereignis durchkreuzt endgültig seinen Plan: der Mordanschlag der Mafia auf den Staatsanwalt Giovanni Falcone. Der erfolgreiche Mafiajäger wird durch eine Autobombe getötet – ausgerechnet zum Zeitpunkt der Wahlen am 23. März 1992. Konnte vor dessen Tod tagelang in mehreren Wahlgängen keine Mehrheit erzielt werden, verabreden die Abgeordneten daraufhin, Oscar Luigi Scalfaro zum Präsidenten der Republik zu machen. Das ist der Anfang vom Ende der politischen Karriere von Giulio Andreotti.

Kurz darauf wird Toto Riina, der »Boss der Bosse« verhaftet, woraufhin viele Mafiosi beginnen auszupacken. Durch ihre Aussagen ergeben sich komplexe Zusammenhänge zwischen der Mafia und Andreotti. Die Situation spitzt sich zu. Frei von Regierungsaufgaben steht Andreotti im Blitzlicht-Gewitter der Presse. Stand Andreotti wirklich in Verbindung zur Mafia?

Hat er sich wirklich Mino Pecorelli vom Hals schaffen lassen? Ausgerechnet den Journalisten, der über angebliche Schmiergeldaffären des Politikers berichten wollte und die geheimen Aufzeichnungen Aldo Moros kannte, die Andreotti schwer belasteten. Was hat er mit dem Tod von Dalla Chiesa zu tun, der sich nicht davon abbringen ließ, gegen die Mafia vorzugehen? Was ist mit den »politischen« Morden dieser Zeit? An Andreotti prallen alle Verdachtsmomente ab. Er ist fest entschlossen, sich zu verteidigen. Denn sein Erfolg hat ein Geheimnis: seine Verschwiegenheit. Um politisch zu überleben darf man keine Spuren hinterlassen – und manche Dinge nicht einmal sich selbst eingestehen.

Die einzige Politaffäre, die ihm nicht aus dem Kopf geht, ist der Fall Moro. Aldo Moro, Präsident der DC, wird 55 Tage nach seiner Entführung am 9. März 1978 durch die Roten Brigaden erschossen. Ein Mann, der sehr wohl Spuren hinterlässt. Und anklagt. Immer wieder denkt Andreotti an die moralischen Vorwürfe des Parteifreundes, von denen ihn keiner befreit. Sein Gesicht, seine Stimme gehen ihm nicht aus dem Sinn: »Mein Blut wird über euch kommen.«

Die Prophezeiung Moros holt ihn Anfang der neunziger Jahre ein. Nach unzähligen Versuchen, die parlamentarische Immunität von Giulio Andreotti aufheben zu lassen, wird dem Antrag endlich stattgegeben. Gegen ihn werden Ermittlungsverfahren eingeleitet und Klagen erhoben. Sein Name wird mit fast allen Skandalen der Nachkriegsära in Verbindung gebracht. Immer wieder beteuert er, nichts mit der Mafia zu tun zu haben. Und beschwert sich, dass man Kriminellen glaube.

Letzten Endes wird Giulio Andreotti frei gesprochen. Intrigen, Korruption, Mafia. Dank seiner »Gedächtnislücken « und der gesetzlichen Verjährungsfristen bleibt er in letzter Instanz unbestraft und somit die Sphinx der italienischen Politik. »Die Macht verschleißt eben nur den, der sie nicht hat...« (Giulio Andreotti)

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