BAB’ AZIZ ist ein Fest fürs Auge und eine Hymne ans Erzählen und die Liebe. In der Tradition von „1001 Nacht“ entfaltet Regisseur Nacer Khemir Geschichten von Prinzen, Palästen und langen Irrfahrten. Ishtar, ein lebensfrohes Mädchen, und Grossvater Bab’Aziz, ein blinder Derwisch, sind unterwegs zum grossen Derwisch-Treffen, das alle 30 Jahre stattfindet, dessen Ort sich aber nur jenen offenbart, die mit dem Herzen der unermesslichen Stille der Wüste zu lauschen vermögen. Auf dem Weg durch die endlose Weite begegnen sie anderen: Osman, der sich nach den schönen Mädchen verzehrt, die er am Grunde eines Brunnens gefunden hat; Zaïd, der mit seinem Gesang eine hinreissende Frau verführt und wieder verloren hat; dem Prinzen, der sein Reich aufgibt, um Derwisch zu werden. Der alte Mann gibt seiner Enkelin noch einen letzten Kuss, bevor er sie mit Zaïd in den Strudel aus wilden Farben und betörenden Klängen schickt, durch den sich das Treffen in den Ruinen der Stadt Bam von Ferne ankündigt. Für Bab’Aziz ist die Zeit gekommen, mit dem Sand zu verschmelzen und endgültig eins zu werden mit sich selber und Teil der vielen Geschichten und Legenden zu werden, die die Wüste durchziehen wie der Tanz des Windes...Regisseur Nacer Khemir wurde bei uns bekannt durch seinen vielfach ausgezeichneten Film „Das verschwundene Halsband der Taube“. In seinem neuen Spielfilm BAB AZIZ zeichnet er ein Porträt der Wüste und ihrer Legenden, wie es bislang selten in einem Spielfilm zu sehen war. Khemir ist dabei ganz Geschichtenerzähler auf eine Art, wie man es in Europa in der Tradition der Märchenerzähler kannte und wie es heute in manchen arabischen Ländern noch in Form von „Kaffeehauserzählern“ praktiziert wird. Die atemberaubende Schönheit der Bilder, die Freundlichkeit der Protagonisten, die Sanftheit der Wüste, die wie ein fantastischer Sandgarten erscheint, sind Teil eines märchenhaften Konzeptes. Nacer Khemir hat sowohl in Tunesien als auch im Iran gedreht. Er verwebt eine zeitlose Geschichte mit mystischen Elementen und Sufismus – und lässt einen Traum Wirklichkeit werden.
„Ich wollte eine offene, tolerante und freundliche islamische Kultur zeigen, die Liebe und Weisheit ausstrahlt. Dieser Islam unterscheidet sich von dem im Westen verbreiteten Bild, das durch die Terroranschläge des 11.September geprägt ist. Fundamentalismus und Radikalismus sind ein Zerrspiegel des Islam. Der Sufismus wendet sich gegen alle Formen von Fanatismus. Der Sufismus sagt: Es gibt so viele verschiedene Wege zu Gott, wie es Menschen gibt.“ (Nacer Khemir)
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