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Buongiorno, notte - Der Fall Aldo Moro
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Marco Bellocchio erzählt in BUONGIORNO NOTTE konsequent aus der Perspektive der Täter, vier junger Männer und einer Frau, der Bibliotheksangestellten Chiara. Chiara stellt ihre Wohnung zur Verfügung, in der man den entführten Aldo Moro gefangen hält. Sie kocht und stellt den Kontakt zur Außenwelt her. Ihre Sorge um das leibliche Wohl des Entführten steht in einem seltsamen Kontrast zur erklärten Absicht und zum Vorgehen der Roten Brigaden.
Als klar wird, dass die Regierung nicht auf die Forderungen der Entführer eingehen wird, stellt Chiara die Geiselnahme und die damit verbundene Gewalt zunehmend in Frage. Und im aus Büchergestellen gefertigten Verließ schreibt Moro letzte Briefe an die Familie.
Spannend und eindringlich schildert der Film, wie den Geiselnehmern unmerklich die Kontrolle über die Situation immer mehr entgleitet, was im zunehmenden Zwang zu handeln mündet. Dargestellt wird das eigentliche Scheitern einer revolutionären Utopie. Die aktuellen politischen Geschehnisse und die heutigen Debatten um den Terrorismus verleihen BUONGIORNO, NOTTE eine Brisanz, die unter die Haut geht. Ein Film, der Widersprüche formuliert und Fragen stellt. Das Drehbuch beruht auf der Dokumentation „Il prigionero“ von Anna Laura Braghetti. Regisseur Marco Bellocchio gehört seit seinem Debutfilm „I pugni in tasca/Mit der Faust in der Tasche” (1965) zu den profiliertesten italienischen Filmemachern.
Kommentare & Kritiken
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