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Das Herz ist ein dunkler Wald
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Verwundert registriert sie, dass er das Konzerthaus rechts liegen lässt und stattdessen in eine andere bürgerliche Wohngegend fährt, vor einem anderen Backsteinbungalow hält. Marie klingelt – Anna (Franziska Petri), eine Kollegin von Thomas, öffnet ihr die Tür zu einem persönlichen Albtraum: In einem ähnlich wie zu Hause eingerichteten Wohnraum sitzt Thomas wieder am Frühstückstisch – mit seiner Liebhaberin und ihrem gemeinsamen Sohn Paul. Er hat eine zweite, geheime Familie, in einem zweiten Haus in der gleichen Stadt.
Marie ist schockiert, sie lässt ihr Fahrrad samt Geigenkasten liegen und bricht in einem Waldstück zusammen. Nach einer Weile wacht sie auf und fährt wie in Trance mit dem Bus herum, bis eine Schulklasse sie an ihre Kinder erinnert – schnell geht sie nach Hause und verbringt den Tag vollkommen teilnahmslos. Sie verrichtet ihre mütterlichen Pflichten wie im Reflex, während ihre Gedanken sich überschlagen. Abends erzählt ihre Tochter, dass sie mit dem Vater telefoniert habe, und dass er ihr verboten habe, der Mutter von dem Anruf zu erzählen.
Marie bringt die Kinder ins Bett, dann beginnt sie frustriert, verletzt und fassungslos, sich mit Whiskey zu betrinken. Sie schaut sich das Video ihrer Hochzeit an, auf dem auch Anna und Maries Vater Valentin (Günther Maria Halmer) zu sehen sind, spielt Musik ab, die sie früher gemeinsam mit Thomas hörte, und ruft ihn weinend an. Er vertröstet sie auf eine Aussprache am nächsten Tag. Marie schläft erschöpft im Wohnzimmer ein und wird spätabends von zwei Mitarbeitern des psychologischen Notdienstes geweckt, die auf einen sorgenvollen Anruf von Thomas hin gekommen sind – ihr Mann habe Angst, dass sie sich etwas antue, erklären sie Marie. Wütend irrt Marie in der Wohnung umher und beschließt, Thomas sofort aufzusuchen. Sie lässt die schlafenden Kinder allein und fährt mit dem Taxi zum Schloss Waldeck, auf dem der Maskenball stattfindet, der Höhepunkt soll ein Auftritt von Thomas’ „Trio Leo“ sein.
Im Schloss wandelt Marie ziellos umher und trifft auf die Haushälterin Mietzi (Monica Bleibtreu), die ihren Mann, den Hausmeister Helmut (Otto Sander) mit einem anderen Mann zu betrügen scheint – Helmut droht Mietzi, sich etwas anzutun oder ein Feuer zu legen. Bei einem Gespräch mit Hans (Simon Schwarz) bestätigt Thomas’ Mitmusiker, was sie gerade herausgefunden hat: dass ihr Mann ihr schon lange untreu ist. Unsicher, was sie tun soll, und immer noch schwer erschüttert, mischt sie sich unter das exaltierte Partyvolk, um nach Thomas zu suchen. Dabei fällt sie dem zwielichtigen Lebemann Jonathan (Marc Hosemann) auf. In einem ruhigen Nebenzimmer, in das sich Marie zum Nachdenken zurückzieht, begegnet sie ihrem Vater Valentin, einem erfolgreichen Dirigenten. Im Gespräch mit ihm offenbart ihr Vater wieder seine Vorbehalte, die er immer schon gegen Thomas hatte. Den Trost, den die verzweifelte Marie sucht, kann er ihr aber nicht geben.
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