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Das Konklave
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Während in der Stadt Rom das Morden an den verhassten Spaniern beginnt, entscheidet die Wahl des neuen Papstes auch über das Schicksal der Borgia-Familie. Es beginnt ein mörderisches Intrigenspiel um Macht, Religion und die Zukunft der Borgia-Dynastie in den geheimen Räumen des Vatikans.Langinhalt
Man schreibt das Jahr 1458. Fünf Jahre nach dem Fall von Konstantinopel, liegt Pabst Calixtus III. – ein Spanier – im Sterben. Sein Neffe, Kardinalvizekanzler Rodrigo Borgia (Manu Fullola) wird in den Vatikanspalast gerufen. Dort eingetroffen, können Rodrigo Borgia und sein Bruder Pedro Luis (Lolo Herrero), Generalhauptmann der vatikanischen Armee, vom Papst nur noch Abschied nehmen.
Schon am Sterbebett sehen sich die Brüder mit den Intrigen und dem Hass am päpstlichen Hof konfrontiert. So droht Erzbischof Latino Orsini (Peter Guiness) den Brüdern unverhohlen und rät ihnen, Rom so schnell wie möglich zu verlassen. Den Spaniern droht Gefahr, nicht zuletzt von Seiten der Orsini-Familie, die 5.000 Bewaffnete vor den Toren Roms stationiert haben. Sie alle wollen Rache. Zum einen für die dreijährige katalanische Unterdrückung, zum anderen für den Affront, dass der verstorbene Calixtus III. entgegen der Tradition seinen eigenen Neffen Pedro Borgia zum Generalhauptmann machte, statt einen Vertreter des Orsini-Clans zu erwählen. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion beschließen die Rodrigo-Brüder zu fliehen, mit 10.000 Golddukaten im Gepäck machen sie sich auf den Weg, um über Ostia per Schiff nach Spanien zurück zu kehren. Im letzten Moment macht Rodrigo einen Rückzieher, versteckt sich kurzer Hand im römischen Untergrund als Bettler und Aussätziger und überbrückt so das Warten bis das Konklave – die Wahl des neuen Papstes – beginnt. Nach und nach pilgern die 18 mächtigsten Kirchenmänner nach Rom. Sie alle werden an der Wahl teilnehmen. Unter ihnen befinden sich Guillaume d’ Estouteville (James Faulkner), Aeneas Sylvius Piccolomini (Brian Blessed), Latino Orsini, Pietro Barbo (Richard Donat), Juan de Mella (Brian Downey), Kardinal Bessario (Rolf Kanies), Kardinal Calandrini (John Dunsworth), Prospero Colonna (Nicholas Irons), Alain d’ Avignon (Holger Kunkel) sowie Rodrigo Borgia. Im römischen Quirinalspalast werden die Fenster vernagelt, die Türen verriegelt. Während des Konklaves ist der Kontakt zur Außenwelt strengstens verboten.
Noch ehe das Konklave offiziell eröffnet wird, wiederholt Latino Orsini seine Drohung gegenüber Rodrigo Borgia. Er ermahnt ihn, die Wahl werde auch über seine eigene Zukunft entscheiden. Ebenso feindselig begegnet ihm Guillaume d’ Estouteville, der den jungen Papstneffen abschätzig auf dessen Pflichten während des Konklaves hinweist: Aufgabe des Kardinalvizekanzlers ist es, das Konklave gemäß den Regeln und Traditionen zu leiten. Diplomatisch geschickt gibt Rodrigo Borgia die Leitung an den dienstältesten und somit an Erfahrung reicheren Kardinal, an Guillaume d’ Estouteville ab. Das Konklave kann beginnen.
Der erste Wahlgang wird auf die Stunde nach dem Mittagessen angesetzt. Schnell werden die unterschiedlichen Interessengruppen innerhalb des Konklave sichtbar: Die eine Gruppe ist politisch und diplomatisch an der Macht des Papststuhls interessiert. Der zweiten Gruppe geht es vor allem um Geld und weltliche Privilegien, die dritte hofft durch den neuen Papst auf Unterstützung bei der Befreiung Konstantinopels und auf einen neuen Kreuzzug und die Vierte wird von religiösen und gottesfürchtigen Motiven geleitet. Zwischen den Anwesenden wird der Ton schärfer. Zu einem ersten lautstarken Disput kommt es beim Mittagsessen – provoziert durch den jungen und vorlauten Kardinal Rospero Colonna. Alle Anwesenden sind sich einig, der neue Papst wird nicht aus Spanien kommen; zu stark ist der Hass, zu groß sind die Vorbehalte. Ebenso sicher scheint es, dass nur derjenige die Papstwahl gewinnen kann, der sich der Unterstützung entweder des Orsini- oder des Colonna-Clans sicher sein kann. Die Vertreter der griechischen und russischen Kirche werden ihre zwei wertvollen Stimmen nur der Fraktion geben, die einen neuen Kreuzzug verspricht. Auch die Rolle von Guillaume d’ Estouteville darf nicht unterschätz werden: Von adliger Herkunft, wohlhabend und unter den Anwesenden der Kardinälen mit der größten Erfahrung in der Politik des Heiligen Stuhls, kann sich d’ Estouteville zudem der Unterstützung des französischen Königs Karl VII. (1422 – 1461) sicher sein. All dies macht ihn zu einem der Favoriten für die Wahl zum neuen Papst. Nominiert wird er von seinem getreuen Fürsprecher: Kardinal d’ Avignon.
Die Gegenposition zu dem Franzosen bildet Aeneas Sylvius Piccolomini. Lautstark plädiert der sieneser Kardinal für die Wahl eines Mannes, der das „Werk des Herren verrichtet, sich nicht um politische Interessen kümmert oder zum Wohle eines Königs agiert“. Kurzerhand nominiert sich Piccolomini selbst. Noch vor dem ersten Wahlgang beginnt das Intrigenspiel, der Handel um Interessen, das Feilschen um Geld, Versprechungen und Zusagen werden gemacht, Drohungen ausgesprochen. Sowohl Estouteville als auch Piccolomini versuchen sich die Stimmen der Kardinäle bereits im Vorfeld zu sichern. So verspricht Estouteville dem jungen Borgia den Schutz der französischen Armee vor den Orsinis und lockt den ehrgeizigen Kardinal zudem mit dem Versprechen, das Amt des Kardinalvizekanzlers auch während der Regentschaft Estoutevilles weiter bekleiden zu dürfen.
Das Ergebnis der ersten Wahl: Neun Kardinäle stimmen für Guillaume d’ Estouteville, sechs wählen Piccolomini, zwei Stimmen gehen an Latino Orsini und der unentschlossene Kardinal Kalandrini stimmt für sich. Keiner der Anwesenden konnte mindestens zwölf der Stimmen für sich gewinnen, die Wahl ist ungültig, ein zweiter Durchgang wird auf die Stunde nach dem Abendessen angesetzt.
In einer geheimen Absprache beraten Guillaume d’ Estouteville, Kardinal d’ Avignon, Rodrigo Borgia und Rospero Collona wie die fehlenden drei Stimmen gewonnen werden können. Augenscheinlich konnte Piccolomini die Traditionalisten hinter sich vereinen. Fieberhaft werden alle Kardinäle auf ihr Potential analysiert: Kardinal Piedro Babo gilt als käuflich, wenn der Preis stimmt, Kardinal Juan de Mella soll von seinem Neffen Rodrigo Borgia überzeugt werden. Das Hauptargument ist die zukünftige Zugehörigkeit des Königreichs Neapel, die im Interesse von Spanien gelöst werden soll. Auf die Stimme von Latino Orsini muss der machtbesessene Estouteville verzichten, dieser hat sich auf die Seite Piccolominis geschlagen.
Mit großer Spannung wird de zweite Durchgang erwartet. Das Ergebnis: Zehn Stimmen für Estouteville, acht Stimmen für Piccolomini. Die Anspannung steigt, die Stimmung wird aggressiver. Estouteville ist zunehmend besessen von der zum Greifen nahe erscheinenden Papstkrone. Immer weniger kann er sich mit der Tatsache zufrieden geben, dass nicht jeder der Anwesenden bestechlich zu sein scheint. Die Situation scheint verfahren. Der Franzose verliert die Selbstkontrolle, verrennt sich und beginnt den Kardinälen offen zu drohen. Von Machthunger getrieben zeigt er nach und nach sein wahres Gesicht, macht Versprechungen die er nicht bereit ist zu halten, spricht Drohungen aus und beweist, wozu er im Stande ist. Auch vor Simonie (Austausch geistlicher Werte gegen weltlichen Besitz) schreckt er nicht zurück. In der Zwischenzeit befällt Rodrigos Bruder Pedro, der mit seinen Gefolgsleuten in Ostia auf ein Schiff nach Spanien wartet, ein Fieber. Geschwächt wird er zu einem leichten Opfer von Orsinis Männern, die ihn kaltblütig ermorden. Rodrigo erfährt während des Konklaves von dem Tod seines Bruders. Gehässig flüstert Latino Orsini ihm die Neuigkeit zu, denn er kennt Mittel und Wege sich mit der Außenwelt und seinen Gefolgsleuten auch während des Konklaves auszutauschen.
Der dritte Wahlgang beginnt und soll die Entscheidung bringen. Angespannt erwarten alle beteiligten die Auszählung. Immer und immer wieder überprüft Estouteville ungläubig die Stimmzettel und verkündet schlussendlich frustriert das Ergebnis: 10 Stimmen wurden für ihn selbst abgegeben, 8 Stimmen für Piccolomini. Aufgebracht und empört stürmt Piccolomini selbst zur Wahlurne, zählt nach und kommt zu einem anderen Ergebnis. Guillaume d’ Estouteville hat sich „verzählt". Tatsächlich besteht eine Pat- Situation. Beide Anwärter haben je neun Stimmen erhalten.
Entnervt plädiert schließlich der Vertreter der griechischen Kirche dafür, das Wahlverfahren zu ändern. Da die Stimmauszählung zu keinem Ergebnis zu führen scheint, soll die die Entscheidung nun per Akzess (diejenigen, die gegen jemanden gestimmt haben können ihre Wahl überdenken und einen neune Namen nennen) getroffen werden. Jeder Kardinal kann seine Entscheidung noch einmal überdenken. Nach längerem Zögern fasst sich Rodrigo Borgia ein Herz und wechselt das Lager. Es folgt Kardinal Barbo. Die entscheidende zwölfte Stimme erhält Piccolomini von Prospero Collonna, der somit Aeneas Sylvius Picolomini zum neuen Papst macht. Das Konklave ist beendet, der neue oberste Kirchenvater heißt Papst Pius II. und aus dem Palast schallen die Worte an das Volk: HABEMUS PAPAM.
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