|
|
|
La León
|
![]() |
0.0 (0) |
Die Landschaft aus der Sicht Alvaros, der langsam in seinem Holzboot über den Fluss rudert. Alvaro legt am Haus von Gadea an, in dem sich eine Trauergemeinschaft eingefunden hat. Gadea hat morgens seinen toten Sohn gefunden. Die Leiche des jungen Mannes ist nun im Nebenraum des Hauses aufbewahrt. Alvaro kondoliert und betrachtet den Leichnam. Beim anschließenden Umtrunk hören die Trauernden das Geräusch von „La León“. Deren Besitzer, „El Turu“, legt am Steg vor Gadeas Haus an, so dass Wasser in Alvaros Holzboot schwappt, betritt das Haus und überreicht Gadea Geld, das er für die Familie des Toten gesammelt hat. Turu glaubt, dass die ’Misioneros’, Neuansiedler in dem Gebiet, Gadeas Sohn getötet haben. Gadea widerspricht ihm; Für ihn steht fest, dass sich sein Sohn wegen eines Mädchens selbst umgebracht hat. Tutu beharrt darauf, dass die ’Misioneros’ ein Problem für das Dorf sind. Sie würden illegal den Wald roden, das Holz verkaufen und man müsse etwas dagegen unternehmen.
Als Alvaro das Haus verlässt und das Wasser aus seinem Boot entfernt, folgt ihm Turu. Er wirft Alvaro vor, das Boot seine Vaters nicht gut instand zu halten. Als er Alvaro fragt, ob er wüsste, wo sich die ’Misioneros’ aufhalten, verneint er. Als Alvaro später mit seinem Boot durch den Urwald fährt, kommt er an einer Gruppe von ’Misioneros’ vorbei, die gerade das Holz der gefällten Bäume verladen. Sie grüßen ihn. Zuhause macht er etwas zu essen und legt sich schlafen. Er lebt allein. Am nächsten Tag schneiden Alvaro und der ältere Freund Ibarran Schilfrohr, das sie anschließend zu Bündeln zusammenbinden. Als Alvaro mit seinem Reet später nach Hause fährt, kommt er an einer Yacht vorbei, auf der ein junger Mann liegt – offensichtlich ein Tourist. Alvaro und der Tourist mustern sich mit Interesse, der Mann legt sein Buch weg und steht auf, damit er Alvaro besser sehen kann.
Nachts treffen sich die beiden im Wald. Sie küssen sich.
Tags darauf befindet sich Alvaro auf seinem Boot zum Fischen, als ihm einige ’Misioneros’ auf dem Fluss begegnen. Alvaro gibt einem von ihnen eine Zigarette und fragt ihn, ob er wisse, dass der Wald Santillan gehört. Der Neuansiedler entgegnet, dass es Alvaro ja nicht kümmern müsse, ob die ’Misioneros’ das wüssten. Alvaro rät ihnen trotzdem zur Vorsicht, weil er weiß, dass Turu die Dorfbewohner gegen die Neuansiedler aufwiegelt. Später sitzt Alvaro zuhause und leimt alte Bücher.
Bei einem Fußballspiel treffen Alvaro und Turu als Spieler aufeinander. Im Umkleideraum betrachtet Turu Alvaro beim Duschen.
Ein Dorffest findet statt. Turu tanzt mit den Frauen, dann hält er eine Ansprache. Gerade hat er erfahren, dass ein Fußball-Jugendturnier bei ihnen im Dorf ausgetragen werden soll. Offensichtlich hat er sich dafür engagiert, aber er stellt diesen Erfolg als Ausdruck des dörflichen Zusammenhalts dar. Die ’Misioneros’ sind beim Fest ausgeschlossen und Turu fordert den dörflichen Zusammenhalt auch gegen sie ein. Er erinnert an Gadeas verstorbenen Sohn und deutet wieder an, dass die ‘Misioneros’ ihn getötet hätten. Gadea, der wie Alvaro mit am Tisch sitzt, bestreitet erneut diese These und behauptet wieder, dass sein Sohn sich selbst umgebracht habe. Als Alvaro nickt, fährt Turu ihn an: „Wenn dein Vater dich sehen könnte!“
Turu trainiert die Jugendmannschaft auf dem Fußballplatz.
Alvaro und Ibarran flechten Körbe aus dem Reet, das sie tagsüber geschnitten haben. Alvaro bemerkt, dass etwas mit Ibarrans Hand nicht stimmt. Dieser beruhigt den Freund und sagt, dass mit ihr alles in Ordnung ist.
Am nächsten Morgen kleidet sich Alvaro an, um in die nahegelegene Stadt zu fahren. Er wartet auf Turus Fähre und lässt sich übersetzen. Mit dem Bus erreicht er eine Bibliothek und übergibt deren Leiterin die von ihm neu geleimten Bücher. Sie bedankt sich, lobt Alvaros Arbeit, gibt ihm Geld und neue Bücher, deren Rücken beschädigt ist. Alvaro sieht sich noch nach Büchern um, die er zum Lesen ausleihen will. Er trinkt danach noch etwas in einer Bar und erkundigt sich nach der Zeit. Als er merkt, dass er sich verspätet, läuft er zum Bus, erreicht aber die Fähre nicht mehr rechtzeitig – sie hat gerade abgelegt. Sein Rufen nutzt nichts – obwohl Turu ihn hört, dreht er nicht noch einmal um. Alvaro geht zurück in die Bar.
Turu bringt weiter entfernt lebenden Familien Lebensmittel und Post. Bei einer Frau erkundigt er sich nach der Gesundheit ihre Mannes und verspricht, für sie etwas mitzunehmen. Als er die Tochter der Familie vor dem Fernseher bemerkt, fragt er sie, ob sie nicht zur Schule geht.
Alvaro schneidet wieder Schilf.
In einer Bar sitzen Turu und ein anderer Mann, offensichtlich betrunken und vom deutschstämmigen Besitzer der Bar beobachtet. Es läuft klassische Musik – deutsche Lieder mit Klavierbegleitung. Turu ereifert sich wieder gegen die ‘Misioneros’, gegen die man etwas tun müsse, wie er glaubt. Er betont den Zusammenhalt der ‚angestammten’ Dorfbevölkerung und begründet diesen in der langen Zeit, die diese auf ‚der Insel’ wohnen. Als er den Barbesitzer fragt, wann dieser denn mit seiner Familie in die Gegend gezogen sei, kommt die Antwort „1947“. Offensichtlich musste er im Zuge der Entnazifizierung aus Deutschland fliehen. Turu reicht die Antwort aber, um die ‚Angestammten’ von den Neusiedlern abzugrenzen.
Alvaro betritt die Bar, um dem Besitzer ein Reetbündel zu übergeben. Als er an der Theke stehen bleibt, um etwas zu trinken, wird er von Turu als „Puto“ („Schwuler“) angerufen. Alvaro reagiert nicht und wendet sich Turu auch nicht zu, dem dritten Mann ist die Szene offensichtlich peinlich, aber Turu wiederholt die Provokation mehrfach. Als der Barbesitzer wiederkommt und Alvaro das Geld gibt, verlässt dieser die Bar. In der Nacht sucht Turu die Zelte der ‘Misioneros’ auf und legt Feuer. Diese wachen auf und versuchen den Brand zu löschen. Turu flieht in den Wald. In der Eile verliert er den Kanister mit dem Benzin, das er zum Entfachen des Feuers verwendet hat.
Alvaro geht am nächsten Morgen zu den ‘Misioneros’ und hilft ihnen bei der Arbeit. Sie begrüßen ihn freundschaftlich. Während des Holztransports freundet er sich mit einem von ihnen an, der erst seit sechs Monaten im Delta lebt. Nach der Arbeit beobachtet Alvaro ihn beim Bad im Fluss, später beim Schlafen.
Turu nimmt einige ‘Misioneros’ auf seiner Fähre mit. Während der Fahrt bemerken sie seine Benzinkanister. Sie wissen nun, wer den Brand in ihrem Lager gelegt hat. Alvaro und Ibarran schneiden Schilf. Ibarran hat einen Schwächeanfall, den er herunterspielt. Als sie später zusammen essen, hat der alte Mann keinen Appetit. Sie verabreden sich dennoch für den nächsten Tag wieder zur Arbeit.
Die ‘Misioneros’ kaufen in der Stadt ein großes Holzboot. Bei den Waren, die sie nach Hause mitnehmen, befindet sich auch ein Gewehr.
Am nächsten Tag geht Alvaro in den Schilfgürtel, um zu fischen. Ibarran kommt nicht. Als Alvaro Ibarrans Haus betritt, findet er ihn tot in seinem Sessel vor. Alvaro legt die Hände des Toten auf eine Bibel und weint.
Alvaro trauert in seinem Haus um den toten Freund. Er betrachtet alte Familienfotos, die seinen Vater zusammen mit Ibarran als junge Männer zeigen. Sein Blick fällt in einen Spiegel und er betrachtet sich.
Die ‘Misioneros’ kommen mit dem neuen Boot und ihren mitgebrachten Waren bei ihren Familien an. Das Gewehr wird ausgepackt.
Auf dem Fußballplatz findet das Jugendturnier statt. Alvaro steht am Feldrand und feuert die Mannschaft an. Turu tritt zu ihm, spricht ihm seine Beileid aus, deutet an, dass er versteht, wie viel Ibarran Alvaro bedeutet hat. Wieder spricht er von Alvaros Vater, den Ibarran ihm ersetzt habe. Alvaro ignoriert Turu. Erst als dieser von ihm weggeht, wirft er ihm einen Blick nach.
Abends feiert das Dorf in der Bar den Sieg der Jugendmannschaft. Turu hält eine Ansprache, in der er betont, dass dies nicht nur der Sieg der Jugendlichen ist, sondern des gesamten Dorfes. Noch während dieses selbstherrlichen Auftritts verlässt Alvaro die Bar. Turu läuft ihm hinterher. Er bittet ihn zu warten, um sich mit ihm aussprechen zu können. Als er ihn im Wald endlich stellt, schlägt ihn Alvaro zu Boden. Turu ringt ihn zu Boden und vergewaltigt ihn. Alvaro lässt das ohne Gegenwehr geschehen. Einige der ‘Misioneros’ brechen ins Dorf auf. Sie nehmen ihr Gewehr mit. In der Dorfhalle finden sie Turu und erschießen ihn. Sie laden den Leichnam in ihr Holzboot und lassen ihn im Dunkeln in den Fluss gleiten.
Alvaro steht nackt, stolz und selbstbewusst vor seinem Haus.
Die ‘Misioneros’ verlassen in ihrem Boot die Gegend.
Alvaro geht durch das Schilf.
Da der Meeresspiegel sich wieder gesenkt hat, wird die Leiche Turus auf dem vorher überschwemmten Boden sichtbar.
Kommentare & Kritiken
|
Dieser Film wurde noch nicht kommentiert oder bewertet
|






























