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Sicko
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Um herauszufinden, wie viel unsere Gesundheit wert ist, empfiehlt uns Michael Moore das Experiment eines erschreckend realen Albtraums: Wir müssen einfach nur krank werden.

SICKO ist ein beklemmender Trip in eine Welt, in der Krankenhäuser nicht zahlungsfähige Patienten auf die Straße setzen, in der sich Menschen für Arztrechnungen heillos verschulden und profitorientierte Versicherungen lebensrettende Operationen verweigern. Die Dokumentation rüttelt aber nicht nur mit bewegenden Schicksalen auf, sondern überzeugt auch durch den Michael Mooretypischen sarkastischen Witz.Normalerweise fallen die Worte ‚Gesundheitsversorgung‛ und ‚Komödie‛ nie im gleichen Satz, aber SICKO, der neue Film von Oscar®-Gewinner Michael Moore, flickt sie mit chirurgischer Präzision zusammen.

Zum Auftakt porträtiert SICKO mehrere Menschen, deren Leben durch ein katastrophales Gesundheitssystem zerrüttet, zerstört und – in einigen Fällen – sogar beendet wurde. Dabei macht der Film unmissverständlich klar, dass diese Krise nicht nur die Bürger ohne Krankenversicherung betrifft, sondern auch Millionen pflichtbewusster Beitragszahler, die in die Mühlen der Bürokratie geraten. Nachdem Moore die Vorgeschichte und die Gründe dieser Misere nachgezeichnet hat (die kurze Antwort: Profite und Nixon), entführt er uns in den Rest der Welt und besucht Länder wie Kanada und Großbritannien, deren Bürger eine kostenlose medizinische Versorgung erhalten. Schließlich versammelt der Filmemacher einige Helden des 11. September um sich – von Krankheiten ausgezehrte Bergungsarbeiter, denen man in den USA ärztliche Versorgung verweigert. Diese Menschen bringt er schließlich an einen höchst unerwarteten Ort, an dem sie nicht nur medizinisch behandelt werden, sondern sich auch an einem nicht minder überraschenden Akt der Diplomatie beteiligen.

Einerseits ist SICKO ähnlich aufrüttelnd wie Moores frühere Werke, das Oscar®- prämierte BOWLING FOR COLUMBINE und FAHRENHEIT 9/11, die bisher erfolgreichste Dokumentation aller Zeiten, andererseits beschreitet der Filmemacher neue Wege. SICKO ist ein unverblümtes und tief empfundenes Porträt eines verrückten und mitunter grausamen Gesundheitssystems, aufbereitet aus dem Blickwinkel gewöhnlicher Menschen, die auf der Suche nach einer normalen medizinischen Versorgung außergewöhnliche und bizarre Herausforderungen bewältigen müssen.

Wer von Elend und Krankheit profitiert, wird diesen Film nicht mögen.In der Tradition eines Mark Twain oder Will Rogers, des legendären Komikers der Großen Depression der 30er-Jahre, setzt Michael Moore auf Humor, um diese packenden Geschichten zu erzählen, und so führt er sein Publikum zu einer zwingenden Schlussfolgerung: Ein alternatives System ist die einzig mögliche Antwort.

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