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Ich. Immendorff
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ICH. IMMENDORFF begleitet zwei Jahre lang einen der wichtigsten deutschen Künstler bis zu seinem Tod im Mai 2007. Jörg Immendorff lebte und arbeitete 9 Jahre mit dem Wissen um seine unheilbare Erkrankung ALS. Die Regisseurin Nicola Graef besuchte Immendorff in seinem Atelier und zeigt, wie er trotz langsam erlahmender Arme und Beine weiter neue Kunstwerke schuf und an der Düsseldorfer Kunstakademie lehrte.

Wie veränderte die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit und die Unausweichlichkeit dieser Situation sein Leben und seine Kunst?

Der Dokumentarfilm begleitet Immendorff bei den Ausstellungsvorbereitungen für die große Retrospektive in der Berliner Nationalgalerie. Freunde und Künstlerkollegen wie Markus Lüpertz, Jonathan Meese, Tilman Spengler oder Kasper König kommen zu Wort, ebenso seine Mutter Irene Immendorff sowie Oda Jaune, seine junge Ehefrau und ehemalige Studentin.

Graefs Film ist auch eine Hommage an einen Mann, der in seiner starken Prägung durch Joseph Beuys den Kampf für eine bessere Welt und den Widerstand gegen Ungerechtigkeit nie aufgegeben hat, weder als Künstler noch als Mensch.

ICH. IMMENDORFF kommt zum ersten Todestag von Jörg Immendorff am 28. Mai 2008 in die deutschen Kinos.

Er war Deutschlands berühmtester Chronist, wie kaum ein anderer hat er sich jahrelang intensiv an der deutschen Geschichte auf der Leinwand abgearbeitet: der Düsseldorfer Maler Jörg Immendorff. Immendorff provozierte und polarisierte gleichermaßen – als Künstler, als Mensch, als Macho und als Mann der Boulevard-Schlagzeilen.

Am 28. Mai 2007 verstarb er nach langer Krankheit in Düsseldorf an Herzversagen. Fast 10 Jahre litt der Maler an der Nervenkrankheit ALS, die zum völligen Erlahmen seiner Arme und Beine führte. Der Dokumentarfilm ICH. IMMENDORFF begleitet den Künstler knapp zwei Jahre bis zu seinem Tod. Intime Beobachtungen während seiner Arbeit im Atelier mit seinen Assistenten, die in den letzten Jahren den Pinsel für ihn führten, Besuche von Freunden wie dem Schriftsteller Tilman Spengler oder dem Maler Jonathan Meese, sowie seine Arbeit als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf zeigen Immendorff als einen Menschen, der immer nach Auseinandersetzung strebt und bis zum Schluss die künstlerische Herausforderung bis an die eigene Belastungsgrenze suchte. Im Mittelpunkt seiner öffentlichen Präsentation steht in diesem Zeitraum eine waghalsige und provozierende Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie in Berlin 2005: die Retrospektive „Male Lago“ wird die größte und wichtigste Ausstellung seines Lebens. Aber auch der private Immendorff, Ehemann der über 30 Jahre jüngeren Künstlerin Oda Jaune ist im Film präsent. Oda Jaune spricht über ihr Leben mit dem unbequemen Künstler, über die Faszination und das gemeinsame Leiden an der Krankheit, die Krise des Komas und das ewige Hoffen. Freunde und Wegbegleiter wie die Künstler Markus Lüpertz und Franz Erhard Walther, sowie seine Galeristen Michael Werner, Bruno Brunnett und Nicole Hackert, Museumsdirektor Kasper König, aber auch sein Arzt Dr. Thomas Meyer kommen in ICH. IMMENDORFF zu Wort.

Der Film blickt aber auch zurück und zeigt, wie aus Immendorff der geworden ist, der er war. Erstmals überhaupt vor der Kamera schildert seine Mutter Irene Immendorff, wie sie ihren Jungen in der Nachkriegszeit groß zieht, welche Wirkung die Scheidung vom notorisch fremd gehenden Vater und schließlich der spätere Selbstmord auf den sensiblen Immendorff hatten. Auch seine künstlerische Laufbahn begleitet die Mutter von Anfang an. Mit 18 Jahren als jüngster Student überhaupt fängt er an der Kunstakademie Düsseldorf an zu studieren, wechselt schnell von der Bühnenklasse zu Joseph Beuys. Eine Begegnung, die ihn ein Leben lang prägen wird. Beuys wird zum Vaterersatz, zur künstlerischen Instanz, zum Vorbild und Widerpart. In den 60er Jahren gründet Immendorff die „Lidl“-Akademie als Gegenstück zu den traditionellen Strukturen der bestehenden Akademie. Aktionen und Performances, Sportereignisse und schließlich das politische Engagement links außen prägen sein Leben bis in die 80er Jahre, das er gemeinsam mit seiner ersten Ehefrau, der Künstlerin Chris Reinecke führt. Auch sie äußert sich erstmals vor der Kamera zu dieser Zeit. Sein Bilderzyklus „Café Deutschland“ geht in den 80er Jahren in die deutsche Kunstgeschichte als provozierendes Chronistenwerk ein. A.R. Penck, rebellischer Maler und Freund aus der DDR, wird in dieser Zeit zu einem wichtigen Begleiter und Counterpart. Die beiden arbeiten zusammen und denken über ein neues ungeteiltes Deutschland nach. Die folgende enge Freundschaft zu seinem Malerkollegen Markus Lüpertz wird ebenfalls eine Lebensphase ausmachen: die des Machos, der mit Lederkluft und viel beringt die legendäre Künstlerkneipe „La Paloma“ in der Hamburger Reeperbahn eröffnet, Treffpunkt für Luden und Künstler, Prominente und Politiker. Ende der 90er Jahre schließlich ändert sich alles, als Immendorff an der tödlichen Krankheit ALS erkrankt. Mit den Jahren erlahmen Arme und Beine und fesseln ihn an den Rollstuhl. Assistenten übernehmen sein malerisches Werk und folgen seinen Anweisungen. Mehr und mehr geraten die politischen Themen in den Hintergrund und werden durch die existentielle Lebenserfahrung ersetzt. Doch seinen Beruf als Akademieprofessor gibt er niemals auf, junge Menschen zu fordern und fördern ist ihm ein wichtiges Anliegen. Schließlich wird der ewige Provokateur Immendorff zum Kanzlermaler: sein goldenes Schröder-Portrait sorgt für Schlagzeilen. Wenige Wochen nach der Präsentation stirbt Immendorff an Herzversagen.

ICH. IMMENDORFF portraitiert den Maler und Künstler als einen Mann, der zum Nachdenken auffordert, der einen direkten Einblick in das künstlerische Schaffen gibt und für den Kunst und Leben untrennbar miteinander verbunden sind.

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