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Milk
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Filme

Produktionsland USA
Produktionsjahr 2008
Kinostart (D) 19. Februar 2009
Genre Biographie
Regie Gus Van Sant
Darsteller Sean Penn, Emile Hirsch, Josh Brolin, James Franco, Diego Luna, Josh Brolin, Alison Pill, Victor Garber, Denis O’Hare, Jeff Koons, Brandon Boyce
Verleih Constantin
Filmlänge 128
FSK Freigabe Freigegeben ab 12 Jahren
Prädikat Wertvoll
„Alles, was sie haben, ist Hoffnung. Hoffnung ist das, was wir ihnen geben müssen. Die Hoffnung auf eine bessere Welt. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die Hoffnung darauf, dass es irgendwo eine neue Heimat gibt, wenn der Druck zuhause zu groß wird. Die Hoffnung, dass am Ende alles gut wird. Ohne Hoffnung werden sie aufgeben: nicht nur die Schwulen, auch die Schwarzen, die Alten, die Behinderten; „unsere“ Leute werden aufgeben. Und deshalb müssen wir ihnen Hoffnung geben.“ Harvey Milk, März 1978

Am Vorabend seines 40. Geburtstags begegnet Harvey Milk, damals noch Versicherungsangestellter, zufällig Scott Smith (James Franco) in der New Yorker U-Bahn. Für Milk ist es Liebe auf den ersten Blick. Smith weist den wesentlich älteren Milk zunächst ab. Doch mit seinem Charme gelingt es ihm, Scott dazu zu überreden mit ihm in seinen Geburtstag reinzufeiern: Der Beginn einer lebenslangen, intensiven Liebe.
Milk und Smith beschließen ein neues gemeinsames Leben zu beginnen und ziehen um nach San Francisco. Im Arbeiterviertel Castro eröffnen sie den Fotoladen „Castro Camera“. Die beiden langhaarigen, bärtigen Hippies sehen sich zu Beginn noch Anfeindungen der Umgebung ausgesetzt. Doch Milks übersprudelnde Persönlichkeit und sein Humor machen ihn im ganzen Viertel beliebt; und in seiner Eigenschaft als umtriebiger Kleinunternehmer bringt er den dortigen Gewerbeverein auf Vordermann. Es dauert nicht lange und er nennt sich selbstironisch „Bürgermeister der Castro Street“. Ihr Laden entwickelt sich zu einem lebendigen Stadtteil-Treff und wird zu einer Keimzelle der Schwulenszene im Castro-Viertel.

Doch noch immer gehören brutale Polizeieinsätze und alltägliche Übergriffe gegen Schwule zum Alltag. Milk beschließt sich zur Wehr zu setzen und sich politisch zu engagieren. Er sucht Verbündete für seine Anliegen und sichert sich Unterstützer – wie den Gewerkschaftsführer Allan Baird, der sich an Milk mit der Bitte um die Unterstützung der schwulen Community wendet beim Boykott der Coors-Brauerei, der er untragbare Arbeitsbedingungen vorwirft. Milk fordert im Gegenzug die Unterstützung der Gewerkschaft für seine Kandidatur. Man wird sich einig, und schon am nächsten Tag verschwindet das Bier von Coors aus allen Kneipen im Castro und auch in anderen Teilen der Stadt. Diese Aktion verschafft Milk auch außerhalb seines Viertels große Bekanntheit – und ist der erste Schritt zu einer einzigartigen politischen Karriere.
Seine erste Kandidatur für den Stadtrat von San Francisco scheitert 1973 nur knapp. Doch er lernt dazu. Für seinen zweiten Wahlkampf lässt sich Milk die Haare schneiden und legt sich eine Reihe Anzüge zu: Er meint es ernst mit der Politik. Um ihn herum, mit „Castro Camera“ als Hauptquartier, versammelt sich nach und nach eine ganze Truppe von Freunden und Unterstützern: Den harten Kern von Milks Bundesgenossen bilden, neben Smith, der junge Ex-Herumtreiber Cleve Jones (Emile Hirsch), der Fotograf Danny Nicoletta (Lucas Gabreel), der auch in Milks Laden arbeitet, Milks Wahlkampfmanager Jim Rivaldo (Brandon Boyce) und Dick Pabich (Joseph Cross).
Sie planen nicht nur Milks zweite Kandidatur für den Stadtrat und eine weitere Kandidatur für einen Sitz in der kalifornischen State Assembly (die beide erfolglos bleiben), sie unterstützen Milk auch bei den Protesten gegen eine Kampagne konservativ-religiöser Kreise, die im ganzen Land Volksabstimmungen gegen örtliche Antidiskriminierungsverordnungen erzwingen und meist auch gewinnen. Die zunehmend schwulenfeindliche Stimmung gipfelt schließlich in einer Gesetzesinitiative („Proposition 6“), die die Entlassung homosexueller Lehrer aus dem Staatsdienst in ganz Kalifornien bedeuten würde. Auch hier organisiert Milk den Widerstand. Und er entschließt sich, ein drittes Mal für den Stadtrat zu kandidieren. Doch er bezahlt einen hohen Preis. Sein Freund und Lebenspartner Scott verlässt ihn. Milk hatte ihm versprochen, dass ihre Beziehung nicht länger unter Milks politischen Ambitionen leiden werde und es keinen dritten Wahlkampf geben werde. Scott zieht die Konsequenz und geht.

Ein neuer Mann tritt in Milks Leben: der junge, extrovertierte – und wie sich herausstellt, psychisch labile – Mexikaner Jack Lira (Diego Luna). Während Milk mit seiner neuen leidenschaftlichen Liebe beschäftigt ist, sorgt seine neue Wahlkampfmanagerin Anne Kronenberg (Alison Pill) dafür, dass Milks Wahlkampagne auf Touren kommt: Sie schafft es, dass die großen Tageszeitungen Wahlempfehlungen zugunsten Milks aussprechen – und ihre Strategie hat Erfolg: Ende 1977 wird er, als erster bekennender Schwuler überhaupt, in den Stadtrat gewählt, was Milk mit einer rauschenden Party feiert. Für die schwule Community ein gigantischer Erfolg.

Ins Amt eingeführt, verliert Milk keine Zeit, seine Anliegen voranzutreiben. Unterstützt von Bürgermeister George Moscone (Victor Garber), setzt er im Stadtrat eine Antidiskriminierungsverordnung durch. Dabei schafft sich Milk auch Feinde – wie seinen Stadtratskollegen Dan White (Josh Brolin). Nachdem Milk seine Unterstützung für einen Antrag Whites in letzter Sekunde zurückzieht, wendet sich der konservative und religiöse White endgültig von Milk ab.
Sich über das zunehmend seltsame Verhalten von Dan White Gedanken zu machen – der bei der Feier von Milks 48. Geburtstag im Mai 1978 im Rathaus völlig betrunken aufkreuzt –, fehlt Milk die Zeit. Er organisiert Protestmärsche und tritt trotz Morddrohungen als Hauptredner auf der Gay Freedom Day Parade auf, um gegen die „Proposition 6“ zu trommeln. Und während seine politische Karriere erfolgreich verläuft, muss er mit einem weiteren privaten Schicksalsschlag fertig werden: Jack Lira begeht in der gemeinsamen Wohnung Selbstmord, weil er sich von Milk vernachlässigt fühlte.
Milks zunehmend düstere Stimmung hellt sich noch einmal auf, als die „Proposition 6“ mehrheitlich abgelehnt wird. Milks letzter Triumph. Stadtrat Dan White ist von seinem Amt zurückgetreten. Überlegt es sich aber wieder anders und bittet Bürgermeister Moscone um seine Wiedereinsetzung. Moscone lehnt ab. White, der hinter der Ablehnung Milk vermutet, dringt ins Rathaus ein und erschießt erst Bürgermeister Moscone und dann Milk. Es ist der 27. November 1978.

Noch in derselben Nacht versammeln sich 30.000 Menschen zu einem Schweigemarsch durch die Stadt. Sein Vermächtnis bleibt: „Wir müssen ihnen Hoffnung geben!“

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