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Hilde Hot

 

Hilde
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5.0 (1)

Filme

Produktionsland Deutschland
Produktionsjahr 2009
Kinostart (D) 12. März 2009
Regie Kai Wessel
Darsteller Heike Makatsch, Dan Stevens, Monica Bleibtreu, Michael Gwisdek, Hanns Zischler, Anian Zollner, Trystan Pütter, Johanna Gastdorf, Sylvester Groth, Roger Cicero, Jeroen Willems, Joe Vaz
Verleih Warner
Filmlänge 136

Hildegard Knef geht einen langen Weg, bis sie zu sich selbst findet: Aus bedrückenden familiären Verhältnissen gelingt ihr der Sprung in die Schauspielausbildung, doch in den letzten Kriegswirren zählt nur mehr das blanke Überleben. Nach Filmerfolgen und Fehlgriffen, falschen und richtigen Männern, lähmender Langeweile in Hollywood und einer turbulenten Hass- Liebe mit dem deutschen Publikum muss die Kämpfernatur Hilde lernen, dass manchmal andere Dinge zählen als der Ellenbogenkampf im Showbiz: In ihrer eigenen Geschichte und im Inneren ihrer Seele findet sie die Substanz für die „Hilde“, auf die sie selbst aber auch das deutsche Publikum immer gewartet hat. Einer der deutschen Lebenswege nach dem Zweiten Weltkrieg. Hildegard Knef war die Sünderin, ein Kinotraum, ein Weltstar, eine Ikone. Und sehr, sehr cool. Dies ist ihr Leben.

Eine Geschichte, die in einer Zeitspanne von 23 Jahren spielt, Schauplätze in Berlin, London, Hollywood, am Atlantik und am Pazifik, zahllose Komparsen in zeitgenössischen Kostümen und ein entsprechend gestaltetes Szenenbild – das sind die Eckpunkte eines Projekts, dessen Komplexität Produzenten den Schweiß auf die Stirn treibt. Judy Tossell wagte sich trotzdem an das Vorhaben, so entstand HILDE, ein Film über den Berliner Weltstar Hildegard Knef.

Ein erfahrenes Team, das Projekte dieser Größenordnung stemmen kann, und ein überlegter Einsatz der Mittel waren notwendig um die Vision der Epoche darzustellen, die Hildegard Knef mit ihrer Kunst ganz wesentlich geprägt hat. Mit Kai Wessel stieß ein Regisseur zum Projekt, der nicht nur in spektakulären Fernsehproduktionen wie „Die Flucht“ (2007) sein Können unter Beweis gestellt hat, große Projekte zu komplexen historischen Themen mit Erfolg zu realisieren. Wessel hat, angefangen bei seinem Regiedebüt MARTHA JELLNECK (1988), für das er den UFA-Star Heidemarie Hatheyer gewinnen konnte, bis zu seiner preisgekrönten Nazi-Farce „Goebbels und Geduldig“ (2000), mit Ulrich Mühe in der Titelrolle, immer wieder Filme mit außergewöhnlicher Besetzung gedreht. Für HILDE wurden neben Heike Makatsch mit Monica Bleibtreu, Johanna Gastdorf, Hanns Zischler und Michael Gwisdek gleich eine Reihe der renommiertesten deutschen Schauspieler verpflichtet, die neben Entdeckungen wie Anian Zollner, Trystan Pütter oder dem Briten Dan Stevens, der in der männlichen Hauptrolle begeistert, ein hochkarätiges Ensemble ergeben. Selbst die Statisterie wurde aufwendig gecastet, weil, wie Judy Tossell betont, „ein Gesicht von 2008 nicht zwangsläufig in ein Bild von 1943 passt“. Für das Szenenbild konnte Thomas Freudenthal verpflichtet werden, der zu den erfahrensten deutschen Bühnenbildnern gehört, der sowohl mit Großprojekten wie Hermine Huntgeburths Fontane-Verfilmung EFFI BRIEST (2008) Erfahrungen hat, wie auch mit kleineren TV-Arbeiten. Der Kameramann Hagen Bogdanski schließlich, der schon Filmen wie DAS LEBEN DER ANDEREN von Florian Henckel von Donnersmarck ihren besonderen Look gegeben hat, gehört zu der Handvoll auch international renommierter deutscher Kameramänner.

Wurden Filme über deutsche Städte im Krieg und das Leben in Nachkriegsruinen in den letzten Jahren oft an Drehorten in Breslau realisiert, wurde für HILDE in Magdeburg eine geeignete Location gefunden, die mit Studioaufnahmen in Babelsberg kombiniert werden konnte. Für die Schauplätze London, englische Steilküste, die Pazifikküste und Hollywood reiste das Team nach Südafrika. Judy Tossell: „Was wir nicht bedacht hatten war das schlechte Wetter, das es im August in Südafrika geben kann. Es hat geregnet und geregnet, aber am Ende hatten wir bei unseren Drehtagen richtig Glück. Als es London sein sollte, hat es geregnet und als es Hollywood war, schien die Sonne.“ Unerwartete Probleme bereiteten ausgerechnet die unverzichtbaren Berliner Drehorte. Während es bei den Aufnahmen in Tempelhof keine größeren Probleme gab, war kurz vor Drehbeginn bei Bauarbeiten an der Philharmonie ein Feuer ausgebrochen, das zum Glück schnell wieder gelöscht werden konnte. Die Rahmenhandlung, die wesentlich von der Ästhetik des Scharoun-Baus lebt, wäre ernsthaft in Gefahr gewesen, wenn die Philharmonie als Drehort ausgefallen wäre.

Die unterschiedlichen Locations zu einem stimmigen Szenenbild zu verdichten, wurde zur Herausforderung für Thomas Freudenthal. Galt es in Berlin, für den verblassenden UFA-Glamour, über die Kriegs- und Trümmerzeit bis in die Blüte des Wirtschaftswunders prägende Bilder zu finden, waren beispielsweise für die Hollywood-Szenen wiedererkennbare Icons gefragt, die trotzdem individuell zur Geschichte passten. Beim Entwurf der Garderobe orientierte sich Lucie Bates an historischen Fotos. Der Look von Hildegard Knef musste für Heike Makatsch transponiert werden. Was bei den Szenen der 60er Jahre zu einer lustvollen Auseinandersetzung mit der Stilikone Hildegard Knef wurde, entwickelte sich für die Szenen der unmittelbaren Nachkriegszeit zu einer vielschichtigen Aufgabe, bei der nicht selten Einfallsreichtum gefragt war, wenn es galt, zeitgenössische Entwürfe mit damals kriegsbedingt eingeschränktem Materialaufwand nachzuarbeiten.

Auch die Maske (Wolfgang Böge und für Heike Makatsch Heiko Schmidt) entwickelte sich zu einer umfangreichen Recherche in Fragen der Stil- und Kosmetikgeschichte. Vom sparsamen Make-Up der Nachkriegszeit mit dem zeittypischen vorherrschenden, wie unausgesprochenen Dogma „eine deutsche Frau schminkt sich nicht!“ bis zum entfesselten Umgang mit falschen Wimpern, Haarteilen, Perücken und kräftigem Augen-Make-Up reichte das Spektrum. Um die Zeitreise schließlich hautnah erlebbar zu machen, wagten Kai Wessel und Cutterin Tina Freitag eine unkonventionelle Lösung. Sie arbeiteten in eine Anfangssequenz historisches Bildmaterial vom Berlin der 60er Jahre passgenau in die Bildwelt von HILDE ein. So folgt auf eine Archivaufnahme ein inszeniertes Bild, dem sich wiederum Archivmaterial anschließt. Last but not least: Bei einem Film über Hildegard Knef spielt die Musik eine Hauptrolle. Für HILDE wurden viele ihrer bekanntesten Songs neu arrangiert, eingespielt und produziert.

Für Heike Makatsch und die Produktion war es immer selbstverständlich, dass sie Hildegard Knefs Songs selber singen würde; die Lieder machen letztendlich einen essentiellen Teil ihres Wesens aus; inhaltlich bilden sie einen wichtigen dramaturgischen Bogen durch den Film. Und es ist nicht das erste Mal, dass Heike Makatsch im Film singt. Nach fast einem Jahr Gesangstraining ist Heike Makatsch eine perfekte Interpretation der Lieder gelungen. Für die Produzenten hinter der neuen Produktion – die auch die letzte Platte von Hildegard Knef verantworteten und im selbem Berliner Studio aufgenommen haben – gab es Augenblicke im Tonstudio, die ihnen einen Schauer haben über den Rücken laufen lassen.

Kommentare & Kritiken

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Leider konnte mich Hilde nicht so recht überzeugen. Obwohl Heike Makatsch sehr gut gespielt hat, fand ich den Film insgesamt nicht sehr rund.

Es gibt viele Längen im Film und am Ende hat man das Gefühl, dass da trotzdem etwas fehlte.

Trotzdem gebe ich hier die Hälfte der Punkte, weil Heike schon grandios spielt. Trotzdem schade.
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Geschrieben von Kai
March 12, 2009
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